Unternehmensethnographie: Einblicke in die Welt der Deutschen Telekom

Marta Augustynek hat beschreibt in ihrer ethnographischen Analyse die Umbrüche iin der Struktur des Großkonzerna aus der Mitarbeiterperspektive. Neben den unterscheidlichen Aspekten der heutigen Unternehmenskultur zeichnet sie auch den Weg der Privatisierung nach, den das Unternehmen seit den 1990er Jahren genommen hat. Die Auswirkungen dieser Transformationsprozesse wirken bis heute tief in die Unternehmenskultur nach. Eine multi-dimensionale Studie mit zahlreichen spannenden Einblicken in eine Organisation mit denen nahezu jeder von uns in irgendeiner Form bereits Kontakt hatte.

Literatur:

Augustynek, M. 2010. Arbeitskulturen im Großkonzern : eine kulturanthropologische Analyse organisatorischer Transformationsdynamik in Mitarbeiterperspektive. Münster ; München ; Berlin [u.a.]: Waxmann.

 

Unternehmensethnographie: Belegschaftskultur und Firmenideologie

Die Arbeit von Andreas Wittel aus der Jahre 1996 hat heute fast den Status eines “Klassikers” organisationsethnologischer Forschung im deutschsprachigen Raum inne. In dieser Episode möchten wir Ihnen einen kurzen Einblick in das Werk bieten, in welchem Wittel untersucht, wie in einem deutschen Software-Unternehmen der durch die Firmenleitung gesetzte strategische Rahmen in Verbindung mit der gelebten Alltagspraxis der Mitarbeiter steht.

Literatur:

Wittel, A. 1997. Belegschaftskultur im Schatten der Firmenideologie : eine ethnographische Fallstudie. Berlin: Ed. Sigma.

Forschung im Unternehmen: die Herausforderungen

Hier werden wir die Herausforderungen aufzeigen, die mit einer ethnologischen Forschung im Unternehmen verbunden sind. Dabei wird nochmals auf den Zugang zum Unternehmen und die Rolle des/der Forschenden eingegangen und Fragen von Engagement & Distanz sowie Freiheiten & Einschränkungen diskutiert.

Literatur dazu:

v. Marrewijk, A. H. 2014. Exceptional Luck? Conducting Ethnographies in Business Organizations, Anthropologist, 18(1): 33-42.

Ethnologie und Organisationsberatung

Unternehmen werden zunehmend komplexer und deren Mitarbeiter sehen sich infolgedessen mit immer kürzen Prozessen von Umstrukturierung und Veränderung des Arbeitsalltags konfrontiert. Gleichzeitig steht Managern für die Steuerung dieser Prozesse eine scheinbar detailgenaue, digitale Informationsbasis zur Verfügung, die jedoch oft nur unzureichend die tatsächlichen Kontexte und Lebenswelten des Arbeitsalltags widerspiegelt. In diesem Beitrag wird aufgezeigt, wie die Ethnologie im Bereich der Organisationsberatung einen wichtigen Beitrag leisten kann. Durch die erfolgreiche Anwendung ethnographischer Forschungsmethoden in Verbindung mit ethnologischen Theorien kann eine wertschätzende Integration emischer Perspektiven auf die Unternehmenswelt erreicht werden, die auf Basis der etablierten Management-Steuerungsinstrumente kaum möglich ist.

Literatur dazu:

Spülbeck, S. „Organisationsethnologische Forschung und Beratung: Neue Perspektiven in der Unternehmensberatung.“ in: Bettina Beer, Sabine Klocke-Daffa und Christina Lütkes (Hg.) 2009 Berufsorientierung für Kulturwissenschaftler. Erfahrungsberichte und Zukunftsperspektiven. Berlin.

Datenauswertung – mit Coding & Analyse strukturiert zur Interpretation

Wir haben den Zugang zum Feld gemeistert und mithilfe geeigneter Forschungsmethoden Daten zu unserer Fragestellung und weit darüberhinaus gesammelt. Das Notizbuch ist bis auf die letzte Seite beschrieben, und/oder der gesicherte Ordner auf unserem Rechner voller Dateien – und nun? Diese Episode zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Daten nun so strukturieren, dass Sie diese auch stichhaltig interpretieren können.

Weiterführende Literatur:

Rubin, H. J. and Rubin, I. S. 2011. Qualitative interviewing: The art of hearing data. Sage. P. 201-35

Teilnehmende Beobachtung – ein Paradox?

Die teilnehmende Beobachtung ist eine der wichtigsten Methoden zur Datengewinnung in einer ethnologischen Forschung. Dabei ist der/die Forschende mit allen Sinnen “mittendrin statt nur dabei”: es geht darum mit den GesprächspartnerInnen nicht nur über die Konversation und zielgerichtete Interviews Einblicke in deren Lebenswelten zu erhalten, sondern auch aktiv im Alltag mit dabei zu sein und diesen, soweit möglich, selbst mitzumachen inklusive dem Erlernen von Fertigkeiten, die dafür notwendig sind. Und dabei aber nun auch weiterhin in der Rolle des/der Beobachtenden bleiben in einer gewissen, inneren Distanz zu dem Erlebten. Mehr zu der Methode und dem scheinbaren Paradox gibt es in dieser Episode, also unbedingt reinhören!

Details für Interessierte gibt es hier:

Bernard, Harvey Russell 2006. Research Methods in Anthropology: Qualitative and Quantitative Approaches. (4th ed.). Lanham: Altamira Press.

Zugang zum Feld: “managing the gatekeeper”

 

So, nun haben Sie eine erste Basis über die ethnologische Forschung vermittelt bekommen, Sie haben sich über die für Ihre Forschungsidee relevanten Paradigmen informiert und sich über die ethischen Rahmenbedingungen ethnologischen Forschens Gedanken gemacht. Jetzt gilt es, die Zugangsmöglichkeiten zu einer geeigneten Forschungsumgebung auszuloten, aber wie könnte das im Organisationskontext funktionieren?

Literatur dazu:

Morill et al. 1999. Toward an Organizational Perspective on Identifying and Managing Formal Gatekeepers, Qualitative Sociology, 22(1): 51-72.

Ethik ethnologischer Forschung – eigentlich alles klar, oder doch nicht?

 

Wie in jeder wissenschaftlichen Disziplin wird auch in der Ethnologie um den ethischen Bezugsrahmen für die Forschungspraxis gerungen. Während über viele Punkte ein breiter Konsenz besteht, der sich z.B. in den verschieden “Codes of Conduct” der verschiedenen Fachverbänden und -gesellschaften wiederspiegelt, begegnen EthnologInnen im Berufsalltag immer wieder Herausforderungen in Bezug auf die ethischen Grenzen ihres Handelns. In dieser Episode geht es zunächst um die ethischen Grundsätze unserer Forschung, die wir dann mit der Fallstudie einer Ethnologin im Unternehmenskontext um ein konkretes Beispiel für deren Vielschichtigkeit ergänzen.

Weiterführende Information:

  • AAA Code of Ethics: http://ethics.americananthro.org/category/statement/
  • Ethics and professional responsibility statement of the Society for Applied Anthropology: https://www.sfaa.net/about/ethics/
  • LeCompte, Margaret and Jean Schensul 1999. Designing & Conducting Ethnographic Research. (Ethnographer’s Toolkit 1). Walnut Creek: Altamira Press.
  • Kitner, Kathi 2014. The good Anthropologist: Questioning Ethics in the Workplace. In: Denny, Rita and Patricia Sunderland (Eds.). Handbook of anthropology in business. Left Coast Press, 309-320.

Was ist Ethnographie und welche Rolle spielen Paradigmen für die Forschung?

Der Begriff Ethnographie ist in den letzten Episoden bereits öfter angeklungen.

Nun wollen wir uns damit näher befassen und sowohl Hintergründe als auch Besonderheiten der Ethnographie erläutern. Im zweiten Teil dieser Episode steigen wir schon etwas tiefer in unser Thema ein mit der Frage nach den Paradigmen, die einer Forschung zugrunde liegen können. Was Paradigmen sind und wie sie sich voneinander unterscheiden? Hören Sie selbst!

Literatur dazu: LeCompte, Margaret and Jean Schensul 1999. Designing & Conducting Ethnographic Research. (Ethnographer’s Toolkit 1). Walnut Creek: Altamira Press.

Folge 1: Anwendungsfelder & Geschichte der Business Anthropology

Wie ist die Business Anthropology entstanden und wie kann sie innerhalb der Ethnologie verortet werden? Welches sind die Anwendungsgebiete der Business Anthropology und wie haben sich diese über die Zeit entwickelt? All dies erfahren Sie in unserer ersten Folge der Business Anthropology Podcast Serie. businessmen-1039905_1280