Agile Software-Entwicklung: Sprints, Releases, User Stories & Co

In dieser Episode bekommen Sie eine Einführung in die Welt der agilen Software-Entwicklung, die inzwischen in den IT-Konzernen eine weit verbreitete Vorgehensweise bei der Entwicklung neuer Software darstellt. Anschaulich werden Begriffe wie Sprints, Releases, Roadmaps und User Stories erklärt sowie aufgezeigt, wo hier Ethnolog*innen als User Experience Researcher einen Beitrag leisten können.

Literatur:

Hanson, N. 2014. Recognizing Agile. In: Denny, R. M. T., & Sunderland, P. L. (Eds.): Handbook of anthropology in business. Left Coast Press., S. 379-395.

Umdenken in den Product-Innovation Teams bei Samsung

Seitdem die Firma Samsung nicht mehr auf die schnelle und günstige Fertigung bereits am Markt existierender Produkte setzt, sondern eine strategische Neuausrichtung als Hersteller neuester Technologie-Produkte erfahren hat, musste auch bei der Produktentwiklung ein Umdenken stattfinden. In dieser Episode wird eine Fallstudie vorgestellt, die Studierenden der internationalen BWL aufzeigen soll, wie mithilfe qualitativer Langzeitstudien wertvolle Informationen für konsumentenorientierte Produkte gewonnen werden konnten.

Literatur:

Wedell-Wedellsborg, T.; Miller, P. 2014.”Samsung’s European Innovation Team: Fueling consumer-driven growth”, IESE, DPO-307-E. Case Study.

Ethnologie in der Marktforschung

In den vergangenen Episoden ging es bereits um Beispiele dafür, wie Ethnolog*innen auf dem Gebiet der Konsumentenforschung interessante Einblicke in das Verhalten der Konsument*innen liefern konnten. Heute wird nochmals ein kurzer Überblick über das Thema im Kontext der Marktforschung.

Literatur:

Tian, R. G., Lillis, M. P., & Van Marrewijk, A. H. 2010. General Business Anthropology. North American Business Press, 2nd edition. Chapter 8, p. 205-230

Konsumentenforschung und ethnologische Methoden

“Was ist Kaffee?”

Am Beispiel dieser Frage zeigten zwei Ethnologinnen den Mitarbeiter*innen unterschiedlicher Unternehmen in Benton Harbour (Michigan) und Bangkok das Potenzial ethnologischer Feldforschungsmethoden. Da die Kolleg*innen im eigenen Umfeld “forschten”, wurde zunächst die Wichtigkeit für eine unvoreingenommene Haltung betont.

Hören Sie hier, wie mithilfe von Fotos, Notizen und Interviews in kurze Zeit überraschende Erkenntnisse über die scheinbar so einfache Frage “Was ist Kaffee?” erarbeitet wurden.

Literatur:

Sunderland, P. L., & Denny, R. M. T. 2007. Doing anthropology in consumer research. Walnut Creek, CA: Left Coast Press. Chapter 3: “Framing Cultural Questions: What is Coffee in Benton Harbor and Bangkok?”(pp. 57-82)

Sensory Ethnography & Konsumentenforschung

Die Sensory Ethnography ist als Kritik auf die beherrschende Position audio-visueller Forschungsmethoden entstanden. Dabei geht es nicht darum ganz neue ethnographische Methoden zu nutzen, sondern vielmehr um eine Verschiebung des Fokus bei der Forschung auf sinnliche Auffassungen und Erfahrungen. Dabei möchten die Forscher*innen erarbeiten, welche Kategorien die Gesprächspartner*innen benutzen, wenn Sie über diese Erfahrungen sprechen.

Warum ist die Sensory Ethnography relevant? Wie wird sie zum Beispiel in der Consumer Research angewandt? Hören Sie in dieser Serie über eine Studie im Kontext des Sportfischens ein spannendes Beispiel für eine Forschung in dem Bereich.

Literatur:

Valtonen, A., Markuksela, V. and Moisander, J. 2010. ‘Doing sensory ethnography in consumer research’, International Journal of Consumer Studies, 34(4): 375-80.

Partizipative Design-Ethnographie

Seit den 1970er Jahren werden Konsumenten in der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen mit einbezogen und auch in der Ethnologie stellen partizipative Methoden eine wichtige Säule für Einblicke und Verständnis in andere (und eigene) Lebenswelten dar.

Am Beispiel eines Lernspiels, eines Serious Game für Kinder, zeigen Barab et al. auf, wie hier durch die Zusammenarbeit zwischen Ethnologen und den zukünftigen Nutzern, als den Kindern eine erfolgreiche Lernplattform entstanden ist, die verschiedene Perspektiven berücksichtigt. Für den Prozess unterscheidet er vier Phasen:

  1. Thick Description (auf der Basis von Teilnehmender Beobachtung)
  2. Entwicklung von sozialen Verpflichtungen (Co-Construction)
  3. Verdinglichung von Ideen & Erfahrungen (Participatory Design)
  4. Korrektur und Re-Interpretation

Literatur:

Barab, S., Thomas, M., Dodge, T., Squire, K. and Newell, M. 2004. ‘Critical Design Ethnography: Designing for Change’, Anthropology & Education Quarterly, 35(2): 254-68.

Fokusgruppen als Methode: eine kurze Einführung

Fokusgruppen sind durch uns Forschende moderierte Gesprächs- und Diskussionsrunden unterschiedlicher Akteure aus dem Feld. Je nach Fragestellung bekommen wir so dynamische Einblicke in Themen, die in der Alltagswelt oft nur implizit verhandelt werden, wie etwa Manager-Mitarbeiter-Beziehungen, die gerade neu ausgegeben Strategie-Leitlinien oder vielleicht auch die Haltung zu „home office“. Ausserhalb der wissenschaftlichen Sozialforschung sind Fokusgruppen insbesondere in der Marktforschung, sowie in der User Research eine etablierte Methode. Hören Sie in dieser Episode mehr über Planung und Durchführung von Fokusgruppen und vielleicht nehmen Sie damit auch diese spannende Methode der Datengewinnung in Ihren Methodenkasten mit auf.

Literatur:

Benighaus, C. und Benighaus, L. 2012: Moderation, Gesprächsaufbau und Dynamik in Fokusgruppen. In: M. Schulz et al. (Hrsg.): Fokusgruppen in der empirischen Sozialwissenschaft. Wiesbaden: Springer. S. 111-132.

Interviews: Technik & Herausforderungen

Fragen stellen kann doch jeder?! Von wegen! Sobald es darum geht, im Rahmen einer Forschung (oder auch Beratung) in die Tiefe gehende Einblicke in die erlebte Alltagspraxis aus Sicht von MitarbeiterInnen zu gelangen, wird klar, dass hier Expertise, Einfühlungsvermögen und blitzschnelle Reflexionsfähigkeit gefragt ist. Diese Episode geht ausserdem insbesondere auf die Herausforderungen bei Interviews in der Management Research ein.

Literatur:

Alvesson, M., & Deetz, S. (2000). Doing critical management research. Sage. S.112-130.

Betwixt & Between: Liminalität und Arbeitsmodelle

In dieser Episode werden zwei Arbeitsmodelle im Kontext mit Liminalität vorgestellt. Im ersten Beitrag geht es um Zeit- bzw. Leiharbeit und die Wahrnehmung von Individuen, die in diesem Kontext arbeiten. Hier werden die Herausforderungen der Arbeitnehmer thematisiert, die als Leiharbeiter in unterschiedlichen Organisationen eingesetzt sind und dieses Spannungsfeld zwischen Flexibilität und Unsicherheit unterschiedlich bewerten. Der zweite Beitrag beschäftigt sich mit Fragen der Liminalität in Bezug auf Projektarbeit, die durch ihre zeitliche Begrenzung ebenfalls ein weniger statisches Arbeitsmodell darstellt. Ein Projektteam ist durch Mitglieder geprägt, die zum einen aus unterschiedlichen Funktionen im Unternehmen hinzugezogen werden und zum anderen aus externen Freiberuflern oder Beratern, die von einem Projekt zum nächsten wechseln. Anhand der dem Beitrag zugrunde liegenden Studie werden die unterschiedlichen Strategien der Individuen bei der Projektarbeit aufgezeigt.

Literatur:

Winkler, I. and Mahmood, M. K. 2015. The Liminality of Temporary Agency Work: Exploring the Dimensions of Danish Temporary Agency Workers’ Liminal Experience, Nordic Journal of Working Life Studies 2015, 5(1): 18.

Borg, E. and Söderlund, J. 2013. Moving in, moving on: liminality practices in project-based work, Employee Relations, 36(2): 182-97.

Unternehmensethnographie: Die Kreativindustrie

Die sogenannte Kreativindustrie, die einen Großteil der Medieninhalte produziert, beruht ganz wesentlich auf flexiblen Arbeitsverhältnissen. Arbeit ist hier dank neuer Kommunikationsmöglichkeiten nicht länger an einen Ort gebunden und die Grenzen zwischen Job und Privatleben sind oftmals fließend. Birgit Huber folgt in ihrer Ethnografie den Produzenten an ihre Wohn- und Arbeitsorte in der Großstadt und auf dem Land und untersucht die virtuellen sozialen Informationsräume, in denen ihre Zusammenarbeit stattfindet. Sie bildet damit die Praktiken und Milieus eines Beschäftigungszweiges ab, der, jenseits vom vermeintlichen Glamour der “Kreativen”, in Klein- und Kleinstunternehmen produziert.

Literatur:

Huber, B. 2012. Arbeiten in der Kreativindustrie: eine multilokale Ethnografie der Entgrenzung von Arbeits- und Lebenswelt. Frankfurt am Main [u.a.]: Campus-Verl.